Wenn PayWall und Werbebanner nicht reichen – Monetarisierung im Verlag

„Wie kann ich mit meinen digitalen Inhalten effektiv Geld verdienen?“

Wenn PayWall und Werbebanner nicht reichen – Monetarisierung im Verlag

Diese Frage stellen sich viele Verlags- und Digitalchefs. Man möchte mit der Zeit gehen und auf den digitalen „Zug aufspringen“. Denn wer sich das nicht traut, sieht sich von kostenfreien Onlinenachrichten-Angeboten bedroht, die wertvolle Leser und Kunden wegschnappen. Digitalisierung schön und gut, aber schließlich muss man damit doch auch Geld verdienen können – oder etwa nicht? Von Fundraising-Modellen über PayWall und Abos bis hin zu Werbebannern und Co. tun sich im Internet zahlreiche Möglichkeiten auf, um mit Journalismus Geld verdienen zu können. Doch nicht alle Modelle sind effektiv oder sichern einen skalierbaren Digitaljournalismus.

Monetarisierung im Verlag ohne PayWall

Eine bereits sehr verbreitete Möglichkeit mit dem eigenen digitalen Informationsangebot Geld zu verdienen ist die PayWall. Eine PayWall steht oftmals vor bestimmten journalistischen Angeboten, die besonders hochwertig oder exklusiv sind. Möchte der Leser einen Artikel zu Ende lesen, wird er aufgefordert einen bestimmten Betrag zu bezahlen. Auch in Kombination mit Abos oder Plus-Paketen ist eine solche PayWall vor Artikeln möglich. Die Problematik: Immer weniger Leser sind bereit Geld für Journalismus zu bezahlen. Denn die meisten Informationen stehen im Netz zur freien Verfügung. Aber auch eine Monetarisierung ohne PayWall ist denkbar.

Effektive Monetarisierung von Digitaljournalismus – mit Werbebannern?

Verlage von Digitaljournalismus bedienen sich oftmals Werbebannern, um mit diesen ihre journalistischen Inhalte zu monetarisieren. Sie nutzen ihre hohe Reichweite, um Anzeigekunden das Werben auf ihrem Onlinemedium schmackhaft zu machen. Aber wie effektiv sind Werbebanner wirklich? Gibt es Möglichkeiten Online-Werbung besser zu machen? Tatsächlich sind sich die Auswertungen der Bannerkampagnen in den meisten Fällen ziemlich ernüchternd. Mit einer Klickrate von unter einem Prozent geben sich Werbekunden immer seltener zufrieden. Denn wer will ihnen garantieren, dass ihre Werbebanner von ihrer Zielgruppe tatsächlich wahrgenommen werden?

Hier kommt es darauf an, dass Banner möglichst zielgerichtet an die Leser ausgespielt werden, für die sie relevant sind. Durch sogenanntes „Targeting“ können bessere Klickraten auch von über einem Prozent erreicht werden. Hierdurch lassen sich ein Wettbewerbsvorteil erzielen und Werbekunden überzeugen, dass sich das Werben auf der Plattform tatsächlich lohnt.

Voraussetzung für ein gutes Targeting von Werbung ist dabei allerdings entsprechende Technologie, die semantische Daten eines Artikels und Leserdaten wirksam erheben und auswerten kann.

Monetarisierung im Digitaljournalismus – verschiedene Möglichkeiten

Zwei Möglichkeiten mit Journalismus Geld verdienen zu können habe ich bereits aufgezeigt:

  • Journalismus monetarisieren durch PayWall
  • Werbebanner in Online-Artikel einbinden

Doch es gibt noch weitere Werbe- und Vermarktungsideen, die sich besonders für digitale Inhalte anbieten und dem Leser gleichzeitig einen Mehrwert bieten:

  • Digitale Prospekte
  • Content Marketing bzw. sogenanntes „native Advertising“
  • Marktforschung

Auf diese weiteren Möglichkeiten möchte ich genauer eingehen. Denn sie ermöglichen es Werbung besser machen zu können – digital, messbar, skalierbar. Für Anzeigekunden sind diese Werbemaßnahmen besonders attraktiv, da sie erheblich höhere Klick- und Interaktionsraten mit sich bringen. Zusammen mit einer guten Lesertrackingtechnologie und semantischen Analyse ist auch für diese Produkte ein effektives Targeting möglich, was die Interaktionsraten weiter erhöht.

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Mit innovativer Werbung im Internet Geld verdienen – digitale Prospekte

Digitale Prospekte bieten Kunden wie Supermärkte, Baumärkten und Co. eine attraktive Möglichkeit im Internet zu werben. Immer mehr Haushalte verzichten auf Wurfsendungen aus Papier, stattdessen beziehen sie Angebote aus dem Internet und informieren sich dort über das Sortiment der Anbieter. Angebotsheftchen, die zuvor Gratismedien in Papierform beigelegt wurden, können auch digital angeboten werden und effektiver vermarktet werden.

Diese Entwicklung sollten Verlage nutzen und klassischen Prospektanbietern eine wirksame digitale Alternative anbieten.

Content Marketing im Digitaljournalismus

Mit Content Marketing in Form von gesponserten Artikeln kann man im Digitaljournalismus Geld verdienen. Ein PR-Text des Kunden wird in den redaktionellen Kontext eingebunden und angemessen gekennzeichnet. Viele bezeichnen diese Werbeform daher auch als „native Advertising“. Auch hier können Digitalverlage ihren Kunden besonders attraktive Werbemöglichkeiten bieten, wenn die Möglichkeiten der Technologien ausgeschöpft werden. Weiß man als Verlag, welche Leser wie viel von welchem gesponserten Artikel gelesen haben, kann man diese Informationen an den Kunden verkaufen. Der Kunde erfährt möglicherweise mehr über seine eigenen Kunden, als ihm zuvor bewusst war.

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Marktforschung in Artikel einbauen

Im klassischen Offline-Journalismus kommen Kunden zum Verlag und möchten Werbung für eine von ihnen vordefinierte Zielgruppe schalten bzw. drucken lassen. Aber was ist, wenn Ihr Kunde noch gar nicht weiß, wer seine Zielgruppe ist und wie er sie am besten erreichen kann? Marktforschung eingebunden in den redaktionellen Kontext bietet Kunden einen eindeutigen Mehrwert. Durch gezielte Fragen können Kunden mehr über ihre Zielgruppe, deren Interesse an einem Produkt oder deren Einstellung zu einer Thematik ermitteln. Als Digitalverlag bietet man ihm dazu eine stark frequentierte Nachrichtenplattform, die ihm signifikante Ergebnisse liefern kann.

Auch hier gilt wieder: Je besser man technologisch ausgestattet ist, um Leserdaten zu erheben und hierdurch ein wirksames „Targeting“ vorzunehmen, desto attraktiver das Wertversprechen gegenüber Werbekunden.

Digital gleich unwirtschaftlich? – ein Fazit

Gewiss ist die Monetarisierung journalistischer Inhalte im Internet für viele Verlage nach wie vor problematisch. Bevor man bereit ist, sich für ein digitales Geschäftsmodell zu entscheiden, muss man für sich klären, wie man Onlinejournalismus tragfähig finanzieren möchten. Dabei gibt es gewiss elegante und weniger elegante Wege mit Digitaljournalismus den eigenen Verlag finanzieren zu können. Bedient man sich allerdings der aktuellsten Technologien, insbesondere zur Erhebung von Leserdaten (so genanntes „Lesertracking“) die es bereits gibt, um mehr Rückschlüsse auf die Leser und deren Interessen ziehen zu können, tun sich attraktive Monetarisierungsmöglichkeiten auf. So kann man Anzeigekunden lukrative Werbeplätze und Marktforschung anbieten – ob in Form von digitalen Prospekten, zielgerichteten Bannern oder gesponserten Artikeln. Das Wissen über die eigenen Leser ist dabei die halbe Miete.

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